Montag, 14. Januar 2013


                                 Wahrnehmung (2)



1. Ein Ereignis kommt auf uns zu

Die Ereignisse, die auf uns einwirken, sind im Grunde genommen neutral. Erst im weiteren Verlauf unserer Wahrnehmung und Bewertung weisen wir ihnen Bedeutung zu. 

Sonntag, 13. Januar 2013





Der springende Punkt

Der springende Punkt ist, dass Sie weder okay noch nicht okay sind. 

Sie können höchstens der momentanen Stimmung, dem Trend oder der Mode entsprechen. 
Heißt das nun, dass Sie okay geworden sind? 
Hängt Ihr Okay-Sein davon ab? 
Hängt es davon ab, wie man über Sie denkt? 

Jesus Christus muss demnach überhaupt nicht okay gewesen sein. 

Sie sind nicht ,okay', und Sie sind nicht, nicht okay', 
Sie sind Sie selbst! 

Ich hoffe, dass dies eine wichtige Entdeckung für Sie wird, zumindest für einige von Ihnen. 
Vergessen Sie das ganze Gerede von okay und nicht okay. 
Vergessen Sie alle Urteile, und beobachten Sie einfach, schauen Sie zu. 

Sie werden wichtige Entdeckungen machen, die Sie verändern werden. 
Sie werden sich nicht im geringsten anstrengen müssen, glauben Sie mir.

Anthony de Mello

Samstag, 12. Januar 2013



 
Ich darf nicht vergessen 
das Sterben zu üben,
wie ein Maulwurf 
unter allem was 
fest scheint.

Ulrich Schaffer

Freitag, 11. Januar 2013

                                    Wahrnehmung (1)


Unsere Wahrnehmung ist wie ein Filter: Das was und bewußt oder auch unbewußt besonders bedeutungsvoll erscheint, erreicht bevorzugt unser Bewußtsein. Beeinflußt wird dieser Vorgang von unseren persönlichen Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben und der Situation in der wir uns gerade befinden.
Oder anders ausgedrückt sehen wir unsere Welt oft so, wie wir sie aufgrund unserer Erfahrungen erwarten.

Donnerstag, 10. Januar 2013







Henne und Adler


Ein Mann fand ein Adlerei und legte es in das Nest einer gewöhnlichen Henne. 
Der kleine Adler schlüpfte mit den Küken aus und wuchs zusammen mit ihnen auf.


Sein ganzes Leben lang benahm sich der Adler wie die Küken, 
weil er dachte, er sei ein Küken aus dem Hinterhof. 
Er kratzte in der Erde nach Würmern und Insekten. 
Er gluckte und gackerte. Und ab und zu hob er seine Flügel und flog ein Stück, genau wie die Küken. Schließlich hat ein Küken so zu fliegen, stimmt's?


Jahre vergingen, und der Adler wurde sehr alt. Eines Tages sah er einen herrlichen Vogel hoch über sich im wolkenlosen Himmel. Anmutig und hoheitsvoll schwebte er durch die heftigen Windströmungen, fast ohne mit seinen kräftigen goldenen Flügeln zu schlagen. 

Der alte Adler blickte ehrfürchtig empor. 
„Wer ist das?" fragte er seinen Nachbarn.

„Das ist der Adler, der König der Vögel", sagte der Nachbar. 
„Aber reg dich nicht auf. Du und ich sind von anderer Art."


Also dachte der Adler nicht weiter an diesen Vogel. 
Er starb in dem Glauben, ein Küken im Hinterhof zu sein.

Mittwoch, 9. Januar 2013







                  Käfig ohne Gitter

                               Ein Bär ging in seinem sechs Meter langen Käfig hin und her.
                         Als die Gitterstäbe nach fünf Jahren entfernt wurden,
                         ging der Bär weiterhin diese sechs Meter hin und her,
                         als ob der Käfig noch da wäre. Für ihn war er da!

                                                                        Anthony de Mello

Dienstag, 8. Januar 2013

„Eines Tages wirst du begreifen, dass du nach dem suchst, was du schon hast", sagte der Meister zu einem eifrigen Schüler.

„Warum sehe ich es dann nicht jetzt?"

„Weil du dich darum bemühst."

„Muss ich mich also nicht anstrengen?"

„Wenn du dich entspannst und ihm Zeit lässt, wird es sich selbst zu erkennen geben."

Anthony de Mello