Donnerstag, 16. Januar 2014


 






Was gut ist, wissen wir, 
es steht in den Geboten. 

Aber Gott ist nicht nur in den Geboten, 
sie sind nur der kleinste Teil von ihm. 

Du kannst bei den Geboten stehen 
und kannst weit von Gott weg sein. 

Auch wenn alle einer Meinung sind, 

können alle Unrecht haben.

Bertrand Russell







Mittwoch, 15. Januar 2014




Es gibt so viele Dinge in unserem Leben, 

die nicht geändert werden können! 
Wir sind ihnen gegenüber machtlos. 
Doch wenn wir ja zu ihnen sagen können, 
kommen wir zum Frieden. 
Der Frieden liegt im Ja.

Dienstag, 14. Januar 2014




Wenn man eine Uhr besitzt,

weiß man, wie spät es ist.


Hat man zwei Uhren,











 ist man nie ganz sicher.

Montag, 13. Januar 2014








Nicht daran, wie einer von Gott redet, 
kenne ich, ob seine Seele durch das Feuer der göttlichen Liebe gegangen ist, 
sondern wie er von den irdischen Dingen spricht.

Simone Weil


Sonntag, 12. Januar 2014




„Gibt es Wege, 
die eigene geistige Stärke 
zu messen?" 


„Viele." 

„Nennt uns einen:"


„Findet heraus, 
wie oft ihr euch 
im Laufe eines einzigen Tages aufregt."



Anthony de Mello

Samstag, 11. Januar 2014












Es ist Brachzeit – der Pilger sitzt in einem dunklen Raum und hängt seinen Gedanken nach.

erLEBnissE des vergangenen Jahres; erinnerungen an die gegangenen, erLebten Wege

und auch

ErWartungen und beFUeRCHTungen, Pläne und VorKehrungen für das kommende Jahr.

Ein Lichtstrahl fällt durch ein Fenster auf einen silbernen Leuchter und färbt ihn violett
                                                                                                      Ein Dialog, fällt ihm ein:
„Ich habe keine Ahnung, was der morgige Tag bringen wird, also möchte ich mich darauf vorbereiten."
„Du fürchtest den morgigen Tag und erkennst nicht, dass der gestrige genauso gefährlich ist."

VorStellung –                                         sowohl die erlebte nachgedachte Vergangenheit
                                                                 als auch die geplante, vorgedachte Zukunft.

Der Leuchter ist silbern, nicht violett – die bunten Fensterscheiben haben sich zwischen ihn und die Sonnenstrahlen gestellt, haben sich VOR den Leuchter GESTELLT.

Die Vorstellung des Vergangen, des Zukünftigen, die Gedanken sind ähnlich wie die Fensterscheiben – sie stehen zwischen ihm und der Realität, denn die Gedanken, die Vorstellungen sind nicht die Realität.

Wieviel Scheiben hat er sein Leben lang zwischen sich und die Realität gestellt
oder andere haben diese hingestellt und er hat es zugelassen:
Verbote, Regeln, Gesetze, Normen, Gebote, Ratschläge, Erfahrungen, …..*

Auch die schönsten farbigen Scheiben konnten doch nur Täuschung sein und die Realität, das Leben verfälschen.

Wie viele EntTÄUSCHUNGEN sind noch nötig, um diese Scheiben als das zu erkennen, was sie sind – Hindernisse zum Leben wie es ist

Das LEBEN ist wie es ist. Einfach so – nicht wie er es sich vor-stellt.

Die Vergangenheit ähnelt einem Traum – die Zukunft einer Vision

Das LEBEN aber ist nur im JETZT, im AugenBlick

Der Pilger machte sich wieder auf den Weg und nahm sich vor seine VorStellungen zu klären.

Freitag, 10. Januar 2014







In Mitten der Brachzeit hat sich die Zeit wieder gewendet - ZeitenWende – Jahreswende.

Gerade in seinem Winterquartier, in seiner Zeit der Seßhaftigkeit wird dem Pilger bewußt, dass Zeit hier oft anders erlebt, gesehen, auf ge faßt wird als auf seiner Wanderschaft.

Hier wird die Zeit allzuoft in Zeitplänen, Fahrplänen, Kalendern erfaßt und verwaltet –
und wie oft kommt bei dieser Zeitrechnung heraus, dass „keine Zeit ist“, dass „‚JETZT‘ keine ZEIT ist“.

Wie bizzar* JETZT ist doch die ZEIT! Nur JETZT! IMMER nur JETZT lebe ich!

Nur im AUGENblick – nicht im RÜCKBlick und nicht in der VORSicht lebe ich

Wie anders erfährt er die Zeit, bei denen, die unterwegs sind, auf dem Weg.
Dort wird die ZEIT vielfältig von der Natur, der Sonne, vom erLeben, WAHRnehmen bestimmt und definiert – nicht von der Uhr.

„Da ist was aus ein ander ge gebrochen, ab ge tre nn t worden, was anders zusammen zu gehören scheint,“ geht es ihm durch den Sinn.

Beim Jahreswechsel fällt es ihm ganz augenscheinlich auf: Die Natur wendet um einige Tage früher das Jahr, als die Uhr; die lebendige Zeit und die ZahlenZeit sind nicht identisch, sind aus einander gebrochen.

Die Sonne ist schon auf dem Weg, die längste Nacht ist schon vorbei … erst dann wechselt in der ZahlenZeit die KalenderJahresZählung.

Die Zeit – in Kalender gegossen, durch Uhren** vermessen – wie bekömmlich ist das für uns, fragt sich der Pilger und schaut auf die gehetzten Menschen, die um ihn herumeilen; getrieben von Zeitplänen, Kalenderterminen und der  in Uhren eingezwängten Zeit.

Doch je mehr Anstrengung, Beeilung, Druck, desto schneller scheint die Zeit zu vergehen, desto weniger ZEIT JETZT.

Auf der anderen Seite der Zeit – wie bekömmlich ist die freiGELASSENE Zeit – in ZahlenZeit vielleicht nur ein paar Minuten, in LebensZeit eine „kleine“ Ewigkeit …




Der Pilger beschloß in den AbLAUF seiner Zeit einzubrechen.

Er will sich ZeitLücken schaffen, in der die Zeit entspannt, freigesetzt, unstruktuiert, freifließend sein durfte.

Die Zeit wieder freisetzen – wie ein kanalisierter Fluß, der wieder renaturalisiert wird – in aller Freiheit und Ungesichertheit wollte er dann erWARTEN, was sie ihm dann brachte.


* bizarr (absonderlich, eigenwillig verzerrt; wunderlich; schrullenhaft)
**(Atomuhr mit einer Genauigkeit von ca. ·10−18. Das entspricht einer Abweichung von einer Sekunde in 10.000 Mio Jahren)