Donnerstag, 7. August 2014





                              Es ist wichtig,
                              von Zeit zu Zeit innezuhalten,
                              zu sich selbst zu kommen
                              und nur zu sein.
                              Glaube nicht,
                              daß Du immer irgend etwas tun mußt,
                              weil Du sonst Zeit verschwendest.
 
                              Es ist wichtig,
                              daß Du Deinen eigenen Rhythmus findest,
                              und niemals versuchst,
                              mit dem Rhythmus anderer mitzuhalten.
 
                              Dies ist, warum so vieles falsch läuft:
                              Jeder versucht, mit jedem Anderen
                              Schritt zu halten,
                              und das Tempo wird schneller und schneller
                              und das Leben unerträglich.
                              Und fällt es langsamer aus,
                              so macht das auch nicht ein Jota.

                              Eileen Caddy

Mittwoch, 6. August 2014





In der Tat ist es auffallend, daß Jesus keinerlei „Macht“ über die Menschen ausübte und ausüben wollte.
Die unleugbare Faszination, die von ihm ausging
- die “Massen“ folgten ihm, um ihn zu hören - nutzte er in keiner Weise aus, um Macht auszuüben …
„Macht“ hat er nur über das Böse;
hier liegt der Sinn der Heilungen, der Wunder oder des herrlichen Bildes von dem Sturm, den er stillte.

Und er hat Macht über den Tod, aber indem er ihn auf sich nimmt.

Selbst im Augenblick, da er auf die Ausübung jedweder „übernatürlicher Macht“ verzichtet, durch die verhindert werden könnte, was geschehen wird.
Gegenüber all diesen Mächten hat er keine andere Macht, als zu schweigen.

Marc Oraison

Dienstag, 5. August 2014



Endlich aufbrechen



Endlich sollten wir zum Pilgerstab greifen,

aufbrechen mit ein wenig hartem Brot in der Tasche

und in der Gesinnung der Umkehr,

damit uns wieder aufgeht, wie großartig unser Körper ist:

Tempel Gottes.



Damit niemand auf diesem harten Weg der Umkehr den Mut verliert,

möchte ich – vor allem den Schwachen – eine Geheimnis verraten:

Vertraut nicht eurem eigenen Mut, verlaßt euch nicht auf euren Willen.

Verlaßt euch auf das Gebet! …


Tugend führt nicht zum Beten,

aber Beten führt zur Tugend.


Die Bemühungen des Menschen allein,

wenn auch notwendig, sind nicht genug.


Entscheidend ist die Begegnung

des menschlichen Mühens mit dem kommenden Gott,

eine Begegnung, die nur das Gebet herbeigeführt …

Der Mensch, der klagen, weinen und beten kann

wird am Tiefpunkt seiner Schwäche

die Stärke Gottes erfahren.

Carlo Caretto

Montag, 4. August 2014





               Was ist der größte Feind der Erleuchtung? 
               „Angst."
               „Und woher kommt Angst?" 
               „Aus der Einbildung." 
               „Und was ist Einbildung?"
               „Zu denken, dass die Blumen neben dir giftige Schlangen seien."
               „Wie soll ich Erleuchtung erreichen?" 
               „Öffne deine Augen und sieh!" 
               „Was?"
               „Dass keine einzige Schlage in der Nähe ist."




               Anthony de Mello

Sonntag, 3. August 2014




              Nur die Kreativität
              des kindlich offenen Gemüts
              dringt in die Schale des Nichtwissens,
              die das Herz der Wahrheit
              dem flegelhaften Blick
              eines sich selbst
              vergötzenden Intellekts
              verhüllt.

              Peter Horton

Samstag, 2. August 2014






Die Seele ist keine Zisterne,
die nachgefüllt werden muß,
sondern eine Quelle,
die wir zum Sprudeln bringen sollen.

Johannes Paul I


Freitag, 1. August 2014





Zu einer Zeit, als in Afrika das Reisen noch sehr beschwerlich war, kämpfte sich ein Forscher mit seinen Trägern durch dichtes Buschland. 

Weil er nach drei Tagen sein Ziel erreichen wollte, trieb er sie immer wieder zur Eile an. 
Zunächst ließen sie sich sein Drängen gefallen, dann aber setzten sie sich und blieben sitzen.

Die Sonne brannte heiß, die Luft flimmerte, nur ein paar Vögel sangen in die Stille hinein.

Der Forscher bat die Männer weiterzugehen, er drohte ihnen, er lockte sie. 
Nichts half Sie blieben sitzen.


Endlich kam ihm die Idee, zu fragen: „ Warum verweigert ihr die Arbeit? Warum geht ihr nicht weiter? "


Und da sagte einer der Träger den Satz, den der Forscher wohl nicht mehr vergessen konnte: 

„ Wir müssen warten, bis unsere Seele nachgekommen ist."