Mittwoch, 7. Januar 2015

Arkade in Padua


Wenn die mühsame Geschichte des menschlichen und des christlichen Ringens
um Gott etwas beweist, dann doch dies,

daß jeder Versuch,
Gott in den Be-griffen unseres Be-greifens zu nehmen, ins Absurde hineinführt.

Recht können wir von ihm nur reden,
wenn wir aufs Begreifen-wollen verzichten und ihn als den Un-begreiflichen stehen lassen.


Josef Ratzinger

Dienstag, 6. Januar 2015



Brücke bei Forte Tombion

Die Eins dem Unendlichen hinzugefügt,
vermehrt es um nichts,
nicht mehr als ein Fuß einen unendlichen Maßstab;
Das Endliche vernichtet sich in Gegenwart des Unendlichen,

es wird ein reines Nichts;

so unser Geist vor Gott,

so unsere Gerechtigkeit vor der göttlichen;


Zwischen unserer Gerechtigkeit und der Gottes
ist das Mißverhältnis nicht so groß
wie zwischen der Eins und der Unendlichkeit.



B.Pascal


Montag, 5. Januar 2015





Ich sagte zu dem Engel,
der das alte mit dem neuen Jahr verband:
"Gib mir ein Licht, 

damit ich festen Schrittes 
in die Ungewißheit des neuen Jahres schreiten kann." 

Aber er antwortete mir:
"Geh hinein in die Ungewißheit
und lege deine Hand in Gottes Hand;
das ist mehr wert als ein Licht 

und sicherer, 
als den Weg zu wissen."

Leitwort eines chinesischen Christen

Sonntag, 4. Januar 2015





Das große Geheimnis
mit Sorgen
fertig
zu werden
besteht darin,
als beherrschende geistige Haltung
Glauben
an die Stelle von
Angst
zu setzen.

Zwei große Kräfte in dieser Welt
sind mächtiger als alle andere:

Angst und Glaube.

Und
 der Glaube
ist stärker
als die Angst.

Norman Vincent Peale

Samstag, 3. Januar 2015





Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte. (2)  


Schicke mir im rechten Augenblick jemand,

der den Mut hat,

mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.

Ich möchte Dich und die anderen immer

aussprechen lassen.

Die Wahrheit sagt man nicht sich selbst,

sie wird einem gesagt.

Ich weiß, dass sich viele Probleme dadurch

lösen, dass man nichts tut.

Gib, dass ich warten kann.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft

bedürfen.

Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten,

riskantesten und

zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötige Phantasie,

im rechten Augenblick ein Päckchen Güte,

mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle

abzugeben.

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte

das Leben versäumen.

Gib mir nicht, was ich mir wünsche,

sondern was ich brauche.

Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

Antoine de Saint-Exupéry

Freitag, 2. Januar 2015





UNSICHERHEIT

Jeder hat dann und wann Gefühle, die als Unsicherheit bekannt sind. Sie fühlen sich unsicher wegen der Summe des Geldes, das Sie bei der Bank haben, wegen der Summe der Zuneigung, die Ihnen Ihr Freund zukommen lässt oder wegen der Art Ihrer Ausbildung, die Sie genossen haben. Auch fühlen Sie sich unsicher wegen Ihrer Gesundheit, Ihres Alters, Ihres Aussehens.

Würde man Ihnen die Frage stellen: „Warum fühlen Sie sich denn unsicher?", würden Sie höchstwahrscheinlich die falsche Antwort geben. Sie werden vielleicht sagen: „Ich werde von einem Freund nicht genug geliebt" oder: „Ich habe nicht die akademische Ausbildung, die ich brauchte", oder etwas Ähnliches. 
Mit anderen Worten: Sie werden die Aufmerksamkeit auf einen äußeren Umstand lenken und nicht merken, dass Gefühle der Unsicherheit nicht durch etwas verursacht werden, was nicht außerhalb von Ihnen liegt, sondern nur durch Ihre vorgegebenen schematischen Gefühlsabläufe, durch etwas, was Sie sich selbst einreden.

Wenn Sie Ihr Denkschema wechseln, sind Ihre Gefühle der Unsicherheit im Handumdrehen verschwunden, obwohl alles um Sie herum genauso ist wie vorher. Der eine fühlt sich auch ohne Geld auf der Bank ganz sicher, der andere fühlt sich unsicher, obwohl er Millionen besitzt. 
Nicht die Menge des Geldes, sondern Ihr Denkschema macht den Unterschied. Der eine hat praktisch keine Freunde, ist sich aber der Liebe der Menschen völlig sicher. Ein anderer fühlt sich selbst bei der besitzergreifendsten und ausschließlichsten Beziehung unsicher. Wieder bildet das Denkschema den Unterschied.


Anthony de Mello


Donnerstag, 1. Januar 2015





                               Von guten Mächten wunderbar geborgen, (2)
                               erwarten wir getrost, was kommen mag.
                               Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
                               und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
                               Laß warm und still die Kerzen heute flammen,
                               die du in unsere Dunkelheit gebracht.
                               Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
                               Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

                               Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
                               so laß uns hören jenen vollen Klang der Welt,
                               die unsichtbar sich um uns weitet,
                               all Deiner Kinder hohen Lobgesang.

                               Von guten Mächten treu und still umgeben,
                               behütet und getröstet wunderbar.
                               So will ich diese Tage mit euch leben
                               und mit euch gehen in ein neues Jahr.

                               Dietrich Bonheffer