Donnerstag, 7. Mai 2015



Hören und sehen

Es ist nicht einfach zuzuhören, vor allem dann nicht, wenn man sich über eine Idee leicht erregt. Ja, auch wenn man nicht leicht erregbar ist, ist es nicht einfach zuzuhören - hört man alles vom eigenen vorprogrammierten, konditionierten, hypnotisierten Standpunkt aus. Man interpretiert oft alles, was gesagt wird, nach dem einmal eingeprägten Begriffsmuster.

Wie jene Frau, die nach einem Vortrag über Ackerbau und Viehzucht fragt: „Entschuldigen Sie, mein Herr, ich stimme hierin mit Ihnen völlig überein, daß der beste Dung alter Pferdemist ist. Würden Sie uns aber bitte noch sagen, wie alt genau die Pferde sein müssen?"

Wir haben alle unsere Standpunkte, oder? 

Von diesen Standpunkten aus hören wir den anderen zu:
„Hast du dich aber verändert, Henry! 
Du warst doch immer so groß, und jetzt kommst du mir so klein vor. 
Du warst doch immer so stattlich, und jetzt erscheinst du mir so schmal. 
Du warst doch immer so blaß, und jetzt bist du so braun. 
Was ist mit dir los, Henry?" 

Und Henry sagt: „Ich heiße gar nicht Henry, ich heiße John." –

„Ach, deinen Namen hast du auch geändert!" –

Wie will man solch einen Menschen zum Zuhören bekommen?

Anthony de Mello

Mittwoch, 6. Mai 2015








Wenn Morgenfrische der Mittagsmüdigkeit weicht,
wenn die Beinmuskeln vor
Anspannung beben,
wenn der Weg unendlich scheint
und plötzlich nichts mehr gehen will - 
gerade dann darfst
du nicht zaudern.

D. Hammarskjöld

Dienstag, 5. Mai 2015



 

Glauben

Wir sind zum Glücklichsein bestimmt.
Alles hängt davon ab, ob wir Gott wirklich zutrauen, daß er uns glücklich machen will.
 

Und hier stellt sich im tiefsten die Frage unseres Glaubens.
Es ist ein  Glaube, der in seiner Ganzheit Gott vertraut.
Es ist ein Glaube, der dadurch befreit,
daß er sich in der Praxis
verwirklichen will.
Es ist ein Glaube, der leibhaftig werden will: in unverbrüchlicher Treue zum Partner, im Verzicht auf jegliche Gewalt im siebzigmalsiebenmaligen Verzeihen.
 

Daß Gott unser aller Glück will, kann man nicht beweisen.
 

Wir können nur immer auf das Grandiose der Verheißung Gottes aufmerksam werden und
das Angebot Jesu zu verstehen suchen.
 

Wenn wir glücklich sein wollen, sollten
wir uns verführen lassen, 

ganz aus uns herauszutreten, das Gesicherte,
das Bewährte, das Gewohnte aufzugeben,
um uns ganz auf den Menschen, ganz auf
diese Welt und ihre Probleme einzulassen.
 

Und wenn wir über bescheidene Versuche auch nicht hinauskommen: 
es wird sich bestimmt lohnen, einander auf diesem Weg zu helfen.
                                              Hermann-Josef Venetz

Montag, 4. Mai 2015





               Die Qualität eines
               Christenmenschen
               bestimmen weder
                        Stand
               noch Ver-stand -
               sondern allein
               die Füße, 
               die in
               Christi Spur
               bleiben.

               Kyrilla Spiecker

Sonntag, 3. Mai 2015




                              Stehe - soweit ohne Selbstaufgabe möglich -
                              in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. 
                              Äußere deine Wahrheit ruhig und klar
                              und höre anderen zu,
                              auch den Geistlosen und Unwissenden;
                              auch sie haben ihre Geschichte,

 
                              Meide laute und aggressive Menschen,
                              sie sind eine Qual für den Geist.


                              Desiderata

Samstag, 2. Mai 2015




                         Wer wirft den ersten Stein?


                         Von uns niemand!

                         Da hat jeder schon tausende geworfen.

                         Peter Horton

Freitag, 1. Mai 2015





Kannst du dich an einer Blume freuen,  
an einem Lächeln, am Spiel eines Kindes
dann bist du reicher und glücklicher
als ein Millionär, der alles hat,
was er sich träumen kann 

und
der doch unbefriedigt bleibt 

und
an nichts mehr Freude hat,
weil 

er wie ein Paradegaul gegängelt wird 
von den Strängen seines eigenen Reichtums.
                                       Nicht Besitz
                                       macht reich
                                                        sondern
                                       F R E U D E !

P. Bosmans