Donnerstag, 18. Juni 2015
Ich glaube tatsächlich, dass wir alles in uns haben.
Dies meine ich nicht nur in dem Sinne,
dass wir alle Menschen sind und dass es nichts Menschliches gibt, das uns fremd wäre,
weil es nichts Menschliches gibt, das es nicht in uns gäbe:
das Kind, der Kriminelle, der Verrückte, der Heilige, der Durchschnittsmensch.
Ich glaube nicht nur, dass dies alles in uns ist,
sondern dass wir uns all dessen auch gewahr sind und es spüren,
auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind.
Erich Fromm
Mittwoch, 17. Juni 2015
Dienstag, 16. Juni 2015
Denke einmal an dich selbst,
als dich jemand gut, attraktiv oder schön nannte.
Entweder du hast dich verschlossen,
weil du dachtest, du seist hässlich, und hast dir gesagt:
„Würdest du mich wirklich kennen, könntest du nicht sagen,
dass ich schön bin."
Oder du hast dich den Worten des Betreffenden geöffnet und gedacht,
du seist tatsächlich schön und dich von den Komplimenten hinreißen lassen.
In beiden Fällen hattest du Unrecht,
da du weder schön noch hässlich bist.
Du bist du.
Anthony de Mello
Montag, 15. Juni 2015
Man schämt sich jetzt schon der Ruhe;
das lange Nachsinnen macht
beinahe Gewissensbisse.
Man denkt mit der Uhr in der
Hand,
wie man zu Mittag ißt,
das Auge auf das Börsenblatt
gerichtet -
man lebt wie einer,
der fortwährend etwas „versäumen
könnte".
„Lieber irgend etwas tun als nichts"
-
auch dieser Grundsatz ist eine
Schnur,
um aller Bildung und allem
höheren Geschmack
den Garaus zu machen.
Und so wie sichtlich alle Formen
an dieser Hast der Arbeitenden
zugrunde gehen,
so geht auch das Gefühl für die
Form selber,
das Ohr und Auge
für die Melodie der Bewegungen
zugrunde.
Der Beweis dafür liegt in der
jetzt überall geforderten
plumpen Deutlichkeit in allen den
Lagen,
wo der Mensch einmal redlich mit
Menschen sein will,
im Verkehr mit Freunden, Frauen,
Verwandten, Kindern,
Lehrern, Schülern, Führern -
man hat keine Zeit und keine Kraft mehr
für die Zeremonien,
für die Verbindlichkeit mit Umwegen,
für allen Esprit der Unterhaltung
und überhaupt für alles Beschauliche.
für die Verbindlichkeit mit Umwegen,
für allen Esprit der Unterhaltung
und überhaupt für alles Beschauliche.
Friedrich Nietzsche
Sonntag, 14. Juni 2015
Samstag, 13. Juni 2015
Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was womöglich noch ein
größerer Gegensatz
zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.
Ich meinte erst,
Beten sei Reden.
Ich lernte aber,
daß Beten nicht bloß Schweigen ist,
sondern Hören.
So ist es:
Beten heißt nicht
sich selbst reden hören,
beten heißt
still werden und
warten, bis der Betende Gott hört.
S. Kierkegaard
Freitag, 12. Juni 2015
Manchmal habe ich um Wunder gebetet
Als Kind habe ich geglaubt,
irgendwann einmal im Leben
würde ich ein Wunder erleben,
eines deiner großen Zeichen,
unerklärbar, unübersehbar, unwiderstehlich.
Und manchmal habe ich darum gebetet,
wenn ich selbst in Not war,
wenn meine Kraft nicht reichte,
um zu helfen, um zu raten, um zu retten.
Du hast mir keinen
hellstrahlenden Engel geschickt,
kein Traumgesicht, keine Wunderhand,
die von Schmerzen erlöst.
Und manchmal wollte ich aufgeben,
weil es keine Rettung,
keine Lösung zu geben schien.
Du allein weißt,
warum ich nicht aufgegeben hat.
Wenn ich selber
keine Kraft mehr hatte,
ist jemand gekommen
und hat geholfen.
Wenn ich meinte,
niemand mehr lieben zu können,
ist jemand gekommen
und hat mir Liebe erwiesen.
Heute weiß ich,
dies sind deine Wunder gewesen.
Menschen hast du mir als Boten
- wie strahlende Engel - geschickt.
Abonnieren
Posts (Atom)
