Freitag, 8. Dezember 2017


Nur für heute 
werde ich mich bemühen, 
den Tag zu erleben, 
ohne das Problem meines Lebens 
auf einmal 
lösen zu wollen.


Johannes XXIII

Donnerstag, 7. Dezember 2017



Ich hasse von Herzen die großen Sorgen,
von denen du, wie du schreibst, verzehrt wirst.
Daß sie dein Herz beherrschen,
daran ist nicht die Größe der Gefahr,
sondern die Größe unseres Unglaubens schuld.


M. Luther an Melanchton

Mittwoch, 6. Dezember 2017



Das also sehe ich, und das erregt mich!
Wohin ich auch schaue, ich finde ringsum
nur Dunkelheit. 


Nichts zeigt mir die Natur, was nicht Anlaß
des Zweifels und der Beunruhigung wäre;
fände ich  gar nichts was die Gottheit zeigt, 

würde ich mich zur Verneinung entscheiden;
sähe ich überall die Zeichen eines Schöpfers,
so würde ich gläubig im Frieden ruhen. 


Da ich zu viel sehe,

um zu leugnen 
und zu wenig, um gewiß zu sein, bin ich klagenswert,
und hundertmal wünsche ich, daß, wenn ein Gott die Natur erhält, 
sie es unzweideutig zeigen möge 
oder daß, wenn die Zeichen, die sie von ihm weist, Trug sind, 
sie diese völlig vernichten möge; 
daß sie alles oder nichts zeige, damit ich wisse, welcher Seite ich folgen soll, 
während ich in der Seinslage, in der ich bin,
in der ich nicht weiß, was ich bin, 

noch was ich tun soll, 
weder meine Beschaffenheit noch meine Pflicht kenne. 
Mein Herz wünscht von ganzer Seele zu wissen, welches das wahre Gut ist,
um ihm zu folgen, nichts würde mir zu teuer für die Ewigkeit sein.


B.Pascal

Dienstag, 5. Dezember 2017



  „Man schneidet Gott nicht das Wort ab.“


Vielleicht könnte die Grundlage für das Schweigen eine ganz alltägliche Redensart sein:  
 „Man schneidet Gott nicht das Wort ab.“
Es gibt Menschen, die man stundenlang reden hören kann,
ohne dass sie Gott das Wort abschneiden.
Sie sind wie ein Echo dieses Wortes, ein mehr oder weniger vollständiges, 
ein mehr oder weniger schwaches, aber immerhin ein Echo.

Andere gibt es dagegen, bei denen man den Eindruck hat,
dass sie unter Umständen Gott das Wort abschneiden, 
auch wenn sie gar nicht reden;
dass sie ihn daran hindern, durch sie hindurch die Worte zu übermitteln, 
deren Widerhall sie hätten sein können .

Unser ganzes Leben muss ins Schweigen kommen,
muss all das zum Schweigen bringen, was in uns reden will - aus Selbstbezogenheit oder Stolz.
All das, was in uns eingedrungen ist,
all das, was nichtig ist - im Sinne von: vor Gott wertlos;
all das, was den wahren Lärm ausmacht und ein Hindernis bildet für das Wort Gottes.

Wir sollten die Worte, die Taten, die Beispiele, die Weisungen Christi ungefiltert
und in »Reinform« aufnehmen
und sie nicht ersticken, dämpfen und abschwächen
durch eine Schicht in uns, die voller Staub ist
und voller Gedanken, Wünsche und Selbstbezogenheit.

Unser ganzes Selbst müsste so lernen, Gott nicht das Wort abzuschneiden.
(JC 103f.)

Madeleine Delbrél

Montag, 4. Dezember 2017



Man müßte so still halten können,

so vorsichtig hinhören und so aufmerksam betrachten,

daß sich die ganze Welt auftut

und man alles an ihr von innen versteht,

über alle Worte hinaus.

Ulrich Schaffer

Sonntag, 3. Dezember 2017




Viele Erwachsene brauchen für die kleinste Kleinigkeit eine Erlaubnis -
um ab und zu ihre Meinung zu sagen, 

oder um ein bisschen Spaß im Leben zu haben.
Wie ein Kind bitten sie um Erlaubnis, 

wenn sie dafür kämpfen, selbst frei entscheiden,
Anteil nehmen, sprechen und fühlen zu können.


Die eigene Beeinflussung zu überwinden ist genauso schwierig
wie die fünf Sinne zum ersten Mal zu gebrauchen. 


Du wirst dir seltsam vorkommen und dich alleine fühlen,
wenn du auf sie vertraust, anstatt dem Drang zu folgen, eine Erlaubnis einzuholen.


Doch die Freude, die du erfahren wirst, ist nicht zu beschreiben: 

es ist wie eine Auferstehung zu neuem Leben.

Anthony de Mello

Samstag, 2. Dezember 2017



Der springende Punkt

Der springende Punkt ist, dass Sie weder okay noch nicht okay sind. 

Sie können höchstens der momentanen Stimmung, dem Trend oder der Mode entsprechen. 
Heißt das nun, dass Sie okay geworden sind? 
Hängt Ihr Okay-Sein davon ab? 
Hängt es davon ab, wie man über Sie denkt? 

Jesus Christus muss demnach überhaupt nicht okay gewesen sein. 

Sie sind nicht ,okay', und Sie sind nicht, nicht okay', 
Sie sind Sie selbst! 

Ich hoffe, dass dies eine wichtige Entdeckung für Sie wird, zumindest für einige von Ihnen. 
Vergessen Sie das ganze Gerede von okay und nicht okay. 
Vergessen Sie alle Urteile, und beobachten Sie einfach, schauen Sie zu. 

Sie werden wichtige Entdeckungen machen, die Sie verändern werden. 
Sie werden sich nicht im geringsten anstrengen müssen, glauben Sie mir.

Anthony de Mello