Freitag, 7. Dezember 2018



Was siehst du?

  Der Meister hob hervor, dass die Welt, wie sie die meisten Leute sehen, 
nicht die Welt der Wirklichkeit ist, sondern eine Welt, die ihr Kopf hervorgebracht hat.


Als ein Schüler das in Frage stellen wollte, nahm der Meister zwei Stöcke
und legte sie in Form eines T auf den Boden.
Dann fragte er den Schüler: „Was siehst du hier?"


„Den Buchstaben T", antwortete er.


„Genauso habe ich es mir vorgestellt", sagte der Meister.
„Es gibt von sich aus keinen Buchstaben T;
das T ist die Bedeutung, die du ihm gibst.
Was du vor dir siehst, sind zwei abgebrochene Äste in Form von Stöcken."


Anthony de Mello

Donnerstag, 6. Dezember 2018




                            Zart, aber bestimmt,
                            vorsichtig, aber entschieden,
                            so gelangen wir in Neuland,
                            in dem wir leben können.

                                       Ulrich Schaffer 

Mittwoch, 5. Dezember 2018




Preis sei dir, o Herr,
der du uns von Anbeginn
in deiner Freiheit erschaffen hast.

Preis sei dir, o Herr,
der du uns zu deinem lebendigen
Ebenbild berufen hast.

Preis sei dir, o Herr,
der du uns geadelt hast mit den
Gaben der Freiheit und der Vernunft.

Preis sei dir, du gerechter Vater,
der du uns durch die Liebe
besitzen wolltest.

Preis sei dir, allheiliger Sohn,
der du unseren Leib angenommen hast,
um uns zu retten.

Preis sei dir, Geist des Lebens,
der du uns mit deinen Gaben
beschenktest.

Jeder Mund soll dich loben,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Von den Höhen herab bis zu den Tiefen
sei Preis der Dreifaltigkeit durch
Zeit und Ewigkeit,.
Amen.     

 

                                         Symeon der Neue Theologe

Dienstag, 4. Dezember 2018





„Lass uns Gehende bleiben.
Wir sind nicht ganz zu Hause auf dieser Welt.
Wenn wir pilgern, sind wir nicht wir.
Er geht mit. Er ist dabei.

Wir sind unterwegs mit dir, Gott.
Durch Dunkel und Nässe,
durch Nebel und oft ohne Weg
und nicht selten ohne Ziel.

Wir sind Wanderer.
Wir sind Gehende.
Wir sind noch nicht ganz angekommen.

So wandert Gott mit uns
Und lehrt uns das Gehen –
Und das Suchen…..“

Dorothee Sölle

Montag, 3. Dezember 2018

Sonntag, 2. Dezember 2018



In uns gibt es ein Zentrum,
in das wir gelangen müssen,
um heil zu werden.

Ulrich Schaffer 

Samstag, 1. Dezember 2018



O Gott,
wenn du unsere Schöpfung heimbringst,
dann öffne das große Tor
für die geschwätzige Rasse der Menschen.

Dann wird die Zeit vollendet sein,
und unsere Fragen
werden ihren Sinn verlieren,
wir werden von ihnen geheilt sein
wie von einer Krankheit.
Denn der Fortschritt des Menschen
besteht in der Entdeckung,
dass seinen Fragen kein Sinn innewohnt.

Ich habe die Weisen dieser Erde befragt.
Sie haben auf die Fragen des vergangenen
fahr es keine Antwort gefunden.
Die aber zu dir heimkehrten,
lächeln heute über sich selbst,
denn als sie die Wahrheit erkannten,
waren alle ihre Fragen
wie ausgelöscht.

Wenn er dich aufnimmt, Mensch,
so heilt er dich.
Er nimmt deine Fragen
mit seiner Hand von dir wie ein Fieber.


 Gott,
wenn du deine Schöpfung eines Tages
heimbringst, so öffne das doppelte Tor
und lass uns eintreten in dein Haus,
wo wir nicht mehr nach Antworten suchen,
weil wir glücklich sind.
Denn die Seligkeit ist das Ende der Fragen.
Und unser Friede wird sein,
dich zu verehren.

Antoine de Saint-Exupéry