Donnerstag, 5. September 2019

20190905 Irun - Urnieta

Zuerst der Wetterbericht: die Meterologen haben GsD gel.... , ähm nicht Recht gehabt ( zu Gunsten der Pilger hatte sich der angekündigte Regen nächtens ausgeregnet und tagsüber blieb es beim Niesel ohne....)
Nun zur virtuellen und realen und der Vorstellungs Welt:
Heute hätte das Phrasenschwein so seine Freude gehabt und wäre sowas von gewachsen 😉
So wie: Was vom Weg wegführt soll gefälligst auch wieder zurück führen
Oder: Ich hab's ja eigentlich gewusst
Oder: Erst denken, dann laufen du alter Pilger Du 😤🤨😭🌈😁🤣😂🤣😅😅😅.
Dad grundsätzlich zu erst: ich LIEBE Euskadi - das Baskenland - egal, was es mir heute abverlangt hat ... wieder so ein Quatsch 🤔 alles meins 😤🙄🌋🤣😂🤣🌈
Also von Beginn, besser die Auflösung von gestern: es gab kein Duett, höchstens ein Kammerkonzert ... so aus jeder Ecke etwas und von meinem Nachbarn etwas mehr und draußen war es auch nicht viel lauter 😎.
Also auch mit Hilfe meiner Schlafmaske (lange dagegen gewehrt aber seit heute Nacht bewährt, da die AußenstraßenBeleuchtung doch dad Zimmer so richtig erhellt hat) war es eine erholsame Nacht und das Frühstück in gemütlicher Pilgerrunde wie aus Spanien gewohnt: getoastes Brot ( Durchmesser, ungelogen 2 bis 2,5 cm - wievielte muß man da essen, um gestärkt in den Tag zu starten 🤔 dazu ein paar süße Stückchen und gut mundwarmer Kaffee ... ABER ein Pilger nimmt was er bekommt ... wieviel Cafes /Bars die so früh schon offen haben weis Pilger ja nicht ( und es waren einige, die keinen PilgerUmsatz machten 🤣😂🤣🙄🌈 )
Und damit fing der ZickzackCamino an ... Oder mit G rand P a S am wäre das nicht passiert oder Vertreibt GPS / Internet nicht doch die Achtsamkeit ?
Also, da ich in einer anderen Pilgerherberge übernachtet hatte, als der Pilgerführer beschriebenen hatte, bin ich nicht dorten hin gelaufen, sondern freuten mich an dem bunten Bild auf dem Display und folgte dieser virtuellen Unrealität 😏😤😭 und dad Zickzack begann ...
dad Bilddechen führte mich aus der Stadt Irun heraus auf abenteuerlichen Wegen, recht straßenlastig, aber immerwieder auch naturnahen Realitäten. Daß der Weg gut ausgeschildert sei konnte ich nicht sagen und die vielbefahrenen, etwas schnell befahrenen Straßen ließen mich schon für andere Pilger fürchten. Doch dann kam ich an einem Hotel vorbei, das im Pilgerführer irgendwie beschriebenen war. Nur daß ich jetzt schon daran vorbei war ... komisch ABER dad virtuelle Bildchen kennt sich sicher aus ...
Als ich dann bei einer Pause hinter diese VorStellung schaute, merkte ich, daß der Computer das machte, was ich ihm gestern gesagt hatte und NICHT was ich heute mir vorgestellt hatte 🤔🤨😤🤣😂🤣.
Es war nicht der GPS Track, sondern eine von mir ins Unreine ( Vorschlag des Computers: Unreife 😉😃👍👍👍👍😂🤣😂🤣😂)
Unreine eingegebenen Wegvariante sind 🤣😂🤣😂😂🌈
Also nun etwas wacher, aber noch nicht erwacht, fand ich die Variante zu dem Weg zurück zu finden - wer vom Weg wegführt.... - oder weiter auf dem Weg zubleiben.
Variante uno würde vielleicht auf die gute Beschilderung führen
Variante dos war eine knappe Stunde kürzer und würde an die Bucht von Pasaia führen, über die mich schon zweimal 'una barca' auf dem Küstenweg über einen Fluß in Richtung Donostia gebracht hatte.
Also entschied ich mich gegen Variante ono.
Halt ZickzackCamino 😂🤣😂🤣👍😏🙄😊
Also ich frohgemut an der Straße weiter Richtung Meer und Pasaia😀😁😂🤣😂😋 dann führte der Weg Richtung Meeresbucht, komisch nur, daß dort unten ein Häuschen und eine Schranke war 🤔😏😙 und noch bevor ich an der Schranke war ereilte mich ein Pfiff und ein Einheborener macht mir auf Catalan oder Castillan oder Euskadi (mir kommt eh alles Spanisch vor) klar, daß ich da nicht weiter käme, ich sollte besser andersrum und dann würde ich mit 'uns barca' über den Fluss kommen, nur das würde mich auf den falschen Weg bringen....
Also bedankte ich mich höflich und versuchte meiner virtuellen Realität klar machen, daß dieser Weg nicht möglich sei. Aber die kann so richtig stur sein: ICH WILL ABER NUR DIESEN WEG WEISEN.
GsD kann ich virtuelle Wirklichkeiten noch auf die Realität oder meine VorStellung zurückführen und so hat sie mich auf Etappen doch wieder auf den Rechten oder doch Linken Pfad zurückgeführt.
Und niemand kann sich vor stellen, wie Pilger sich fühlte, als er den ersten gelben Pfeil sah und langsam und vorsichtig und immer wieder misstrauisch wahr nahm, daß die Wahr Nehmung der Vor Stellung IMMER über legen ist!!!!!!!
Doch der virtuellen Vor Stellung ungefragt zu folgen hat seine Wirkung auch Aus Wirkung oder Konsequenz genannt ....
Die angestrebte Albuerge war dann nur noch unwesentlich von dem heutigen Zielort entfernt ( laut Beschreibung eher für Gruppen) Also habe ich noch etwas draufgeschaufelt und bin nun hier in Urnieta 😙😏🤔🌈😁😂🤣😂🤣😁.
Halt Zickzackcamino 😊🙄👍😇
Und das für mich wundersame war, außer daß der Körper mitgespielt hatte, daß mich das Ganze hin und her nicht tangiert hat - ich liebe das Baskenland ♥️♥️♥️.
Morgen dann merklich kürzer und vor ge stellt entspannter - auf jeden Fall auf dem markierten rechten Weg 😎🌈👣🙏
PS Wer kann diese schrecklichen Töne vor dem Fenster ausmachen, die die ganze Zeit hierauf quälen, nein ich kann da keine Musik erkennen, nur immer denselben elektronischen Beat.
Ich dachte, das dieses Folterwerkzeug bei Dunkelheit sich verflüchtigt 😊🌈👍😇





                                  Wenn man eine Uhr besitzt,                                   weiß man, wie spät es ist.

                                  Hat man zwei Uhren,









 ist man nie ganz sicher.

Mittwoch, 4. September 2019

04092019 Hinfahrt nach Irun zu den fünf Caminos


Noch nie hatte ich so wenig Zug zum Aufbruch, zum Losziehen auf den Pilgerweg ... lag es an der plötzlichen Entscheidung doch loszuziehen, auch und gerade weil das Haus noch nicht verkauft ist. Und dann mehr oder minder ins Ungewisse, ins Blaue. So geringe Vorbereitung und mangelndes Auskundschaffen gab es noch nie!
Und dann der erste der fünf Caminos,der Camino Vasco Interior, kaum bekannt durch das wunderbare Baskenland- und so widersprüchliche Angaben - der Führer, der mich gelockt hat, scheint im Bezug auf die Etappeneinteilung und Beschreibung der Übernachtungsmöglichkeiten katastrophal zu sein ... ABER es gibt ja nun das Internet ..
Nett war, daß es mich heute schonmal zu der neuen Pilgerherberge in Irun geführt hat . War die alte einfach eine Wohnung mit drei Zimmern, die mit Stockbetten vollgestopft war (dort hab ich mein bisher einziges Schnarchduett gehört) und einer auch Nachts frequentierten Straße lag ; so ist die neue um vieles geräumiger und liegt dafür quasi in einem Verkehrskreisel.
Wie lautet eine gute Pilgerregel: Ein Pilger stellt keine Forderungen, er nimmt freudig, was er angeboten bekommt.
Na dann bin ich gespannt, wo es heute Nacht lauter ist: im Zimmer oder auf der Straße.
Zurück zum Netz ... da steht auch so Manches drinn - blöd, daß ich solches verstärkt auf der Herfahrt gefundenen habe und halt mehr sortieren konnte.
Mit den Pilgern konnte ich mich noch gar nicht so recht anfreunden ... muß ich mich erst wieder annähern, die letzten Jahre war ich mehrheitlich alleine unterwegs (Tschechien, Ostbayern, Via Baltca und in Italien mit einer Gruppe, also bekannt und überschaubar). Na ja ab morgen bis nächste Woche auf dem Hauptweg bin ich wohl wiedermal alleine unterwegs mit dem Führer, der sich mein Vertrauen noch verdienen muss und dem Netz, für das das gleiche gilt.
Und dann war da noch das Erlebnis in der Metro, wo mich ein ja Neger beim Einsteigen nicht in die Metro lassen wolle und dann sein ja Negerkumpan ganz vorsichtig in die Gesäßtasche griff mit dem Ansinnen meinen Geldbeutel daraus zu entfernen. Und da habe ich kein Verständnis für die eventuelle schlimme Kindheit. Gott sei Dank habe ich mich nicht total von dem ersten Springer ablenken lassen. Vielleicht gibt es ja noch verschiedene Welten und Kulturen.
Danke für den Schutz ... den Griff nach meiner Tasche kann ich immer noch fühlen und die Szene geht mir immer noch nach.

Und dann fiel mir der Gedankengang ins Auge, der mich noch tiefer beeindruckt hat und gangweise mit mir geht.

Wohl dem und der die mit dem Lesen durchzuhalten hat (in der Romantik soll es einen deutschen Dichter gegeben haben, der die erste ein- oder zweihundert oder noch mehr Seiten nur Unsinn geschrieben hatte, weil er der Meinung war, daß seine Leser auch das ertragen müssten, um in die Wohltat seiner Geschichten zu kommen. )

Lauschen und Aufbrechen zu Neuem

Vielleicht geht dir
in der Mitte der Nacht ein Licht auf vielleicht ahnst du plötzlich
dass Friede auf Erden denkbar ist
vielleicht erfährst du schmerzhaft
dass du altes zurücklassen musst
vielleicht spürst du
dass sich etwas verändern wird
vielleicht wirst du aufgefordert
aufzustehen und aufzubrechen
schweige und höre
sammle Kräfte und brich auf
damit du den Ort findest
wo neues Leben möglich ist.

Max Feigenwinter






                Zu einem Mönchsvater, der sich der Geselligkeit hingab,  
                kam einmal ein Jäger, der ihn wegen seines Nichtstuns spöttisch anredete.
                Der Altvater forderte den Jäger auf, seinen Bogen zu spannen.  
                Der Jäger spannte mit aller Kraft,  
                aber der Altvater rief ihm zu: 
                „Noch mehr, noch mehr! Du mußt den Bogen noch stärker spannen!"
                Der Jäger protestierte: 
                „Der Bogen wird zerbrechen!"
                Daraufhin antwortete ihm der Mönch: 
                „Auch der Mensch wird zerbrechen, wenn er überspannt ist. "
 
 

Dienstag, 3. September 2019





Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneindender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sie dir andere an; es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen 
Unendlich saft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

Montag, 2. September 2019




Also, die Dinge sind tot. (2)

Zwar gibt es noch viele,
die den Tod der Dinge nicht wahrhaben wollen.

Sie ertragen die Nachricht nicht.
Sie gleichen den Müttern,
die ein Jahrzehnt die Nachricht verweigerten,
ihre Söhne seien auf den Schneefeldern zugeweht worden und sagten
Ich weiß es, er lebt noch.

Eines Tages aber werden es alle einsehen und sich gestehen müssen,

daß die Dinge tot sind.

Dann wird in den Zeitungen stehen:
Wie jetzt erst bekannt wird, sind die Dinge verstorben.

Wir werden darauf noch zurückkommen.  

Erhart Kästner

Sonntag, 1. September 2019



Also, die Dinge sind tot. (1)

Nicht Gott ist tot, aber die Dinge;
es war ein Nachrichten-Versehen, ein Übermittlungs-Fehler,
eine Falschmeldung.

Die Dinge sind tot,
und wir (das war richtig) wir waren es,
die sie erforschten, erwürgten, umbrachten.

Von jeher hatten die Dinge von der Mühe gelebt,
die man sich um sie machte.

Schwer begreiflich; aber um Mühe gaben sie Leben.

Man wollte sie mühelos, man wollte sie hergestellt haben.
Das gelang auch.

Aber
um den
Preis ihres Lebens.



Erhart Kästner