Mittwoch, 19. Februar 2020






Sagte der Tourist: „Die Leute in Ihrem Land sind arm. Doch sie scheinen sich nie Sorgen im Voraus zu machen."

Sagte der Meister: „Das liegt daran, dass sie nie auf die Uhr schauen."

Anthony de Mello

Dienstag, 18. Februar 2020






Ich darf nicht vergessen 
das Sterben zu üben,
wie ein Maulwurf 
unter allem was 
fest scheint.

Ulrich Schaffer

Montag, 17. Februar 2020




Echte Würde wird nicht durch Missachtung gemindert.

Die Majestät der Niagara-Fälle wird nicht geringer, wenn man hineinspuckt.





Sonntag, 16. Februar 2020




Wenn ein neuer Schüler zum Meister kam, 
wurde er gewöhnlich folgendem Verhör unterworfen:
„Weißt du, wer der einzige Mensch ist, der dich im ganzen Leben nie verlassen wird?"
„Wer ist es?"
„Du."

„Und kennst du die Antwort auf jede Frage, die dir je einfallen könnte?" „Wie lautet sie?"
„Du."

„Und kannst du die Lösung aller deiner Probleme ahnen?"
„Ich gebe auf."
„Du."


Anthony de Mello

Samstag, 15. Februar 2020





Wenn man glücklich sein möchte, kann man es augenblicklich sein.

Das Glück liegt in diesem Augenblick. 

Wenn man jedoch noch glücklicher sein will oder glücklicher als die anderen, zeigt man alle Eigenschaften eines unglücklichen Menschen, denn Glück ist unvergleichlich. 
Solche Wünsche sind unerfüllbar. 
Man kann nur so glücklich sein wie man selbst ist; das Glück der anderen lässt sich nicht messen.
 
Anthony de Mello

Freitag, 14. Februar 2020




Was siehst du?

Der Meister hob hervor, dass die Welt, wie sie die meisten Leute sehen, nicht die Welt der Wirklichkeit ist, sondern eine Welt, die ihr Kopf hervorgebracht hat.

Als ein Schüler das in Frage stellen wollte, nahm der Meister zwei Stöcke und legte sie in Form eines T auf den Boden. Dann fragte er den Schüler: „Was siehst du hier?"

„Den Buchstaben T", antwortete er.

„Genauso habe ich es mir vorgestellt", sagte der Meister. „Es gibt von sich aus keinen Buchstaben T; das T ist die Bedeutung, die du ihm gibst. Was du vor dir siehst, sind zwei abgebrochene Äste in Form von Stöcken."


Anthony de Mello

Donnerstag, 13. Februar 2020




MENSCHLICHER FORTSCHRITT

Der Meister begrüßte die technologischen Fortschritte, war sich aber durchaus ihrer Grenzen bewusst.

Als ihn ein Industrieller fragte, was er arbeite, antwortete er: „Ich bin in der Menschen-Industrie tätig."
„Und was bitte ist das?" fragte der Industrielle.
„Nehmt Euch selbst", sagte der Meister. „Ihr bemüht Euch um die Herstellung besserer Dinge, ich bemühe mich, bessere Menschen hervorzubringen."

Zu seinen Schülern sagte er später: „Ziel des Lebens ist es, Menschen zum Erblühen zu bringen. Heute scheint man mehr damit beschäftigt, Sachen zu perfektionieren."


Anthony de Mello