Donnerstag, 5. November 2015

 


In der
Verzeihung des Unverzeihlichen
ist der Mensch der
göttlichen Liebe
am nächsten.


Gertrud von Le Fort

Mittwoch, 4. November 2015

 


Alles
in der Welt ist
merk-würdig und wunder-bar
für ein Paar wohlgeöffneter Augen.



                                              José Ortega y Gasset

Dienstag, 3. November 2015



                              Innerhalb des Gebäudes
                              einer Wissenschaft
                              schwört man leicht,
                              festen Boden unter den
                              Füßen zu haben.

                              Man vergißt, daß das ganze Gebäude
                              auf ein paar unbeweisbaren
                              Schwimmern, den Axiomen, ruht.

                              Axiome sind die von der Intuition
                              aufgespürten unsichtbaren Trittplatten
                              unter der Wasseroberfläche
                              des Wissens,
                              die ein unbescheidener Intelekt
                              zu dem Wahn mißbraucht,
                              er könne über's Wasser gehen

                              Peter Horton

Montag, 2. November 2015



                    Halte Du meine Hand!
                    Befreie mich
                    von meinem eigenen Schatten,
                    mein Gott, von der Verworrenheit
                    und den Trümmern meines Lebens!
                    Denn die Nacht ist dunkel,
                    und dein Pilger ist blind.
                    Halte du meine Hand:
                    Erlöse mich von Verzweiflung!
                    Berühre mit deiner Flamme
                    die lichtlose Lampe meines Grams!
                    Wecke meine ermüdeten Kräfte
                    aus ihrem Schlaf!
                    Laß mich nicht, meine Verluste zählend,
                    hinter dem Zuge zurückbleiben!
 
                    Laß bei jedem Schritt
                    die Straße mir singen
                    von ihrem Ziel, deinem Hause!
                    Denn die Nacht ist dunkel,
                    und dein Pilger ist blind.
                    Halt du meine Hand.
 

                    Rabindranath Tagore

Sonntag, 1. November 2015



Es gehört zum Leben, immer wieder für etwas zu sterben, um für Neues offen zu sein.
Das bedeutet Auferstehung: sich verabschieden, loslassen, weitergehen.

Nur dann kannst du in Fülle leben.

In Fülle leben bedeutet, in der Gegenwart zu leben.
In der Gegenwart zu leben bedeutet, ganz im Hier und Jetzt da zu sein ...

Das Leben ist nicht im Gestern. Es steckt auch nicht im Morgen.
Es ist in der Gegenwart da.
Das gleiche gilt für die Liebe.
Das gleiche gilt für Gott.
 
Lebe in der Gegenwart und spüre, wie das Leben jetzt ist.
 
Das ewige Leben ist ein ewiges Jetzt;
folglich ist es hier und jetzt da.
 
Anthony de Mello

Samstag, 31. Oktober 2015



                               Nichts war leichter, 
                               als von einer Leiter zur andern 
                               hinüberzuwechseln - 

                               über dem Abgrund.


                               Aber im Traum misslang 
                               es dir, 
                               weil du 
                               des Absturzes 
                               Möglichkeit durchlebtest.

                               Dag Hammarskjöld
                               UN-Generalsekretär (1953-61)

Freitag, 30. Oktober 2015



Es ist gut am Rand zu leben
schon der gedachte Tod macht
Aufmerksam

Ulrich Schaffer