Sonntag, 4. Oktober 2020

Vittoria Gasteiz




Gott liebt uns,
das sind wir geneigt zu glauben,

wenn es uns gut geht.

Aber wir sagen

mit dem Bekenntnis zum dreifaltigen Gott,

daß die Gemeinschaft mit ihm

auch dann gegeben ist,

wenn es uns schlecht geht.



Gott liebt uns nicht

um unserer Leistung willen,

sondern

weil er selbst, Gott,

es will und möglich macht.

Ihm verdanken wir die Gemeinschaft mit ihm. Würde Gott mit seiner Liebe sich

von unserer menschlichen Liebenswürdigkeit abhängig machen,

dann wären wir wahrscheinlich arm dran.

Eben daran erinnern wir uns immer wieder, indem wir sagen:

"Im Namen des Vaters und des Sohnes

und des Heiligen Geistes..."

und in diesem Vertrauen alles beginnen

und beenden, was wir tun.

V.u.

Samstag, 3. Oktober 2020



Der Unwissende sucht,
wenn er ein bescheidenes Herz hat,
noch die Quelle.

Der Dumme behauptet,
sie zu kennen,
aber nicht zu brauchen.


Peter Horton

Freitag, 2. Oktober 2020




Also, die Dinge sind tot. (3)

Aber zur Zeit dieser Meldung werden nicht mehr viele verstehen,
was gemeint ist.
Nur sehr alte Leute werden sich erinnern,
in ihren jungen Tagen davon gehört oder gelesen zu haben:
irgendwann einmal, vorZeiten, lustige Vorstellung,
sollten die Dinge, 
der Mond und der Bach und die Tanne,
die Stadt und die Bucht und das Kornfeld 
gelebt haben.


Erhart Kästner

Donnerstag, 1. Oktober 2020




Also, die Dinge sind tot. (2)

Zwar gibt es noch viele,
die den Tod der Dinge nicht wahrhaben wollen.

Sie ertragen die Nachricht nicht.
Sie gleichen den Müttern,
die ein Jahrzehnt die Nachricht verweigerten,
ihre Söhne seien auf den Schneefeldern zugeweht worden und sagten
Ich weiß es, er lebt noch.

Eines Tages aber werden es alle einsehen und sich gestehen müssen,

daß die Dinge tot sind.

Dann wird in den Zeitungen stehen:
Wie jetzt erst bekannt wird, sind die Dinge verstorben.

Wir werden darauf noch zurückkommen.  

Erhart Kästner

Mittwoch, 30. September 2020

Beladora - Hausfassade mit PilgerBild





Also, die Dinge sind tot. (1)

Nicht Gott ist tot, aber die Dinge;
es war ein Nachrichten-Versehen, ein Übermittlungs-Fehler,
eine Falschmeldung.

Die Dinge sind tot,
und wir (das war richtig) wir waren es,
die sie erforschten, erwürgten, umbrachten.

Von jeher hatten die Dinge von der Mühe gelebt,
die man sich um sie machte.

Schwer begreiflich; aber um Mühe gaben sie Leben.

Man wollte sie mühelos, man wollte sie hergestellt haben.
Das gelang auch.

Aber
um den Preis ihres Lebens.



Erhart Kästner

Dienstag, 29. September 2020





Das "Dein Wille geschehe!"
in seinem vollen Ausmaß
muß die Richtschnur des Christenlebens sein.
 

Es muß den Tageslauf
vom Morgen bis zum Abend,
den Gang des Jahres und
das ganze Leben regeln.
Es wird dann auch
des Christen einzige Sorge sein.
Alle anderen Sorgen
nimmt der Herr auf sich.

Edith Stein



Montag, 28. September 2020

Prag - Stadtturm





                                    Das Paradies pflegt sich erst dann
                                    als Paradies zu erkennen zu geben,
                                    wenn wir daraus vertrieben wurden.

                                                Hermann Hesse