Sonntag, 7. Dezember 2014





               Ein großer und törichter König beklagte sich,  
               dass der unebene Boden seinen Füßen Schmerz bereite,  
               also befahl er, das ganze Land mit Kuhhäuten auszulegen.
 
               Der Hofnarr lachte, als der König ihm von seinem Befehl erzählte.  
               „Was für eine total verrückte Idee, Euer Majestät!" rief er,  
               „warum diese unnütze Ausgabe? Lasst Euch einfach zwei kleine Flecken Kuhhaut  
               zu Recht schneiden, um Eure Füße zu schützen!"
 
               Das tat der König, und damit waren die Schuhe erfunden.

               Anthony de Mello

Samstag, 6. Dezember 2014






Lass also deinen Willen.
Du kannst ohnedies nicht verantworten, 
was du tust und was durch dich geschieht.

Lass dich führen

Lass einmal deine Pläne.
Dein Leben findet seinen Sinn nicht mit dem, 
was du von deinen Plänen erreichst. 
Vertraue dich dem verborgenen Plan an, den Gott mit dir hat.
Er kennt dich.

Lass auch einmal deine Sorgen um andere Menschen. 
Du besserst wenig mit deinen Sorgen. 
Tu, was nötig ist. Aber vertraue der Sorge, die in Gottes Willen am Werk ist.

Lass deine Angst vor deinem eigenen Versagen.
Du brauchst weder ein vollkommener 
noch ein wichtiger noch ein allseits geachteter Mensch zu sein.
Wichtiger ist, dass du weißt: Ein gesegneter Mensch wirst du sein nach seinem Willen

Lass alle ungelösten Fragen.

Lass alle Mühe, die du mit dir selbst hast, 
dann und wann ganz und gar stehen oder liegen zu lassen. 

Lass alle verkrampften Erwartungen an dich oder an die Menschen. 
Du wirst auf deine Fragen in dieser Welt keine Antwort finden 
außer dem Vertrauen, dass es einen Augenblick geben wird, 
in dem dir die Wahrheit aufgeht.

Renne nicht gegen verschlossene Türen.
Bleib stehen mit Gelassenheit und Geduld. 
Eines Tages werden sie sich öffnen und du wirst Gott begegnen.

Lass dich selbst.
Du lebst in der Hand Gottes. Und das gilt.

Jörg Zink

Freitag, 5. Dezember 2014






                    Sorge nicht,  
                    wohin dich  
                    der einzelne Schritt führt:
                    nur wer weit blickt,
                    findet sich zurecht.

                    Dag Hammarskjöld

Donnerstag, 4. Dezember 2014





               Wie glücklich oder unglücklich wir sind, 
               hängt eher davon ab,  
               wie wir die Ereignisse wahrnehmen und ihnen gegenübertreten,  
               als von den Ereignissen an sich.  
               Wenn du dein Leben nicht genießen kannst, 
               stimmt etwas Grundlegendes mit dir nicht.

               Anthony de Mello

Mittwoch, 3. Dezember 2014





Laßt mich heraus

Nichts beschreibt besser die menschliche Natur 
als die Geschichte des armen Betrunkenen, 
der spät nachts außerhalb eines Parks am Zaun rüttelt und schreit: 

„Laßt mich raus!"

Nur deine Illusionen 
hindern dich 
an der Erkenntnis, 
daß du frei bist - und es immer warst.

Anthony de Mello

Dienstag, 2. Dezember 2014






Für mich gibt es nur das Gehen auf
Wegen, die Herz haben.

Auf jedem Weg gehe ich,
der vielleicht ein Weg ist, der Herz hat.

Dort gehe ich, und die einzige
lohnende Herausforderung ist,
seine ganze Länge zu gehen.

Und dort gehe ich und sehe,
und sehe staunend wie ein Kind.

Carlos Castaneda

Montag, 1. Dezember 2014





                Wenn Du einst
                durch Deine Wolken fällst
                aus Deinem Supermarkt
                umkrallter Emotionen
                herein zu mir
                in diamentene Einsakeit
                wirst Du mich nicht entweien
                denn ich bin lange schon
                eins mit Dir
                und Deiner violetten Hoffnung.

                Peter Horton