Mittwoch, 22. April 2015



























Zart, aber bestimmt,
vorsichtig, aber entschieden,
so gelangen wir in Neuland,
in dem wir leben können.

Ulrich Schaffer




Dienstag, 21. April 2015





UNSICHERHEIT

Jeder hat dann und wann Gefühle, die als Unsicherheit bekannt sind. Sie fühlen sich unsicher wegen der Summe des Geldes, das Sie bei der Bank haben, wegen der Summe der Zuneigung, die Ihnen Ihr Freund zukommen lässt oder wegen der Art Ihrer Ausbildung, die Sie genossen haben. Auch fühlen Sie sich unsicher wegen Ihrer Gesundheit, Ihres Alters, Ihres Aussehens.

Würde man Ihnen die Frage stellen: „Warum fühlen Sie sich denn unsicher?", würden Sie höchstwahrscheinlich die falsche Antwort geben. Sie werden vielleicht sagen: „Ich werde von einem Freund nicht genug geliebt" oder: „Ich habe nicht die akademische Ausbildung, die ich brauchte", oder etwas Ähnliches.
Mit anderen Worten: Sie werden die Aufmerksamkeit auf einen äußeren Umstand lenken und nicht merken, dass Gefühle der Unsicherheit nicht durch etwas verursacht werden, was nicht außerhalb von Ihnen liegt, sondern nur durch Ihre vorgegebenen schematischen Gefühlsabläufe, durch etwas, was Sie sich selbst einreden.

Wenn Sie Ihr Denkschema wechseln, sind Ihre Gefühle der Unsicherheit im Handumdrehen verschwunden, obwohl alles um Sie herum genauso ist wie vorher. Der eine fühlt sich auch ohne Geld auf der Bank ganz sicher, der andere fühlt sich unsicher, obwohl er Millionen besitzt.
Nicht die Menge des Geldes, sondern Ihr Denkschema macht den Unterschied. Der eine hat praktisch keine Freunde, ist sich aber der Liebe der Menschen völlig sicher. Ein anderer fühlt sich selbst bei der besitzergreifendsten und ausschließlichsten Beziehung unsicher. Wieder bildet das Denkschema den Unterschied.


Anthony de Mello

Montag, 20. April 2015





                                    Es gibt etwas, das sogar Gott nicht kann", sagte der Meister 
                                    zu einem Schüler, der fürchtete, jemanden zu kränken.
                                    „Was?"
                                    „Er kann nicht jeden zufriedenstellen", sagte der Meister.

                                    Anthony de Mello

Sonntag, 19. April 2015





Aus der Nacht meines Vertrauens
aus der Tiefe
rufe ich
zu Dir.
Ich rufe einen Menschen,
sprechen müßte ich jetzt können.
Oder weinen.
Oder schweigen.
Aber die Wege ins Innen sind zertrampelt,
der Du-Raum ist entblößt.
Wo Gemeinschaft war,
ein leeres Flußbett.
Irgendwo
auf einer Sandbank
ist mein Herz liegen geblieben.
Allein.
Wund.
Todestraurig.
Niemand kann helfen
Vertrauen und Freude bluten aus.
Ich rufe einen Menschen, einen Freund:
ganz schwach ist der Ausschlag des Hoffens.
Können wir einander Freunde sein?
Dann müßte ich den Mut haben,
von innen aufzubrechen,
was außen verkrustet war...
Diese Wege neu begehen?
Das Ödland neu bestellen?

Samstag, 18. April 2015






Erst
wenn wir uns
wie ein Vogel
in den Aufwind
DEINES Atems
stürzen,
können wir von
DEINEM Geist
getragen werden.


Kyrilla Spiecker

Freitag, 17. April 2015




                                       Der             Mensch
                                       ohne den     Mitmenschen
                                       ist nicht der   Mensch,
                                       sondern
                                       das            Gespenst
                                       des            Menschen.

                                       K. Barth

Donnerstag, 16. April 2015





                    fragendes fü(h)rwort

                    wer bin ich
                    warum bin ich
                    wie bin ich
                    wo ich doch nicht so war
                    was bin ich geworden
                    wie lange werde ich sein
                    wem werde ich was gewesen sein
                    wie oft werde ich noch werden
                    wann werde ich sagen ich bin
                    woher wissen wie das ist
                    wen fragen wie das sein wird
                    wohin gehen was zu werden
                    wessen verlust gewesen zu sein
                    warum geworden
                    warum nicht anders geworden
                    wem sage ich das
 
                    R.O.Wiemer